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Modul 1

Modul 1 · Technische Grundlagen für ITÜ

Wie funktioniert ein Computer?

Was passiert eigentlich innerhalb eines Computers, wenn wir Programme starten, Dateien öffnen oder Daten über ein Netzwerk senden?

Dieses Modul schafft das technische Fundament für alles, was später folgt. Du lernst, aus welchen grundlegenden Bestandteilen ein Computer besteht, welche Aufgaben CPU, RAM und Speicher erfüllen, wie Daten gespeichert werden, was Bits und Bytes bedeuten und warum Datei, Programm und Prozess unterschiedliche Dinge sind.

CPU · RAM · SSD · NIC Bits, Bytes & Daten Dateien, Programme & Prozesse Brücke zur Netzwerkkommunikation
Grundidee: Ein Computer ist keine einzelne Blackbox, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Komponenten mit unterschiedlichen Aufgaben.
01 · Grundmodell

Was ein Computer technisch eigentlich macht

1.1

Was ist ein Computer?

Technisch ist ein Computer zunächst ein System, das Daten nach vorgegebenen Regeln verarbeitet. Der Begriff meint deshalb mehr als nur einen Laptop oder Desktop-PC.

EINGABE
   ↓
VERARBEITUNG
   ↓
AUSGABE

Ein Computer verarbeitet nicht nur Zahlen. Er verarbeitet grundsätzlich Daten.

1.2

Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe

Viele Vorgänge lassen sich mit diesem Grundmodell erklären. Beim Taschenrechner ist „5 + 7“ die Eingabe, die Berechnung die Verarbeitung und „12“ die Ausgabe. Im Browser kann eine eingegebene Webadresse die Eingabe sein; Browser und Betriebssystem verarbeiten sie und später erscheint eine Webseite.

1.3

Die wichtigsten Komponenten eines Computers

CPU, RAM, SSD, Netzwerkadapter, Betriebssystem und Programme erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Gerade RAM und dauerhafter Speicher dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Interaktiv: Der Computer von innen

Klicke die Komponenten an. Ziel ist nicht, Details auswendig zu lernen, sondern jede Komponente mit ihrer Funktion zu verbinden.

0 von 5 erkundet
02 · CPU, RAM & Speicher

Verarbeiten, arbeiten, dauerhaft speichern

1.4

Die CPU

CPU steht für Central Processing Unit, auf Deutsch meist Prozessor. Die CPU führt Maschinenbefehle beziehungsweise Instruktionen aus.

Programm
   ↓
Befehle
   ↓
CPU
   ↓
Ausführung
Merksatz: Die CPU verarbeitet und führt Instruktionen aus; sie ist nicht der dauerhafte Speicher für Dateien.
1.5

Die CPU ist nicht der Speicher

CPU = verarbeitetSSD = speichert dauerhaft

Die CPU arbeitet während der Ausführung mit Daten, speichert aber nicht einfach dauerhaft Dokumente, Bilder oder Programme.

1.6

Kerne und parallele Verarbeitung

Moderne CPUs besitzen häufig mehrere Kerne. Sehr vereinfacht ermöglichen mehrere Kerne, verschiedene Aufgaben parallel beziehungsweise zeitlich überlappend zu verarbeiten. Eine tiefere CPU-Architektur ist hier noch nicht erforderlich.

1.7

Arbeitsspeicher – RAM

RAM steht für Random Access Memory und ist der schnelle Arbeitsspeicher. Laufende Programme benötigen Arbeitsbereiche für aktuell benötigte Daten.

SSD
 │ Programm laden
 ▼
RAM
 │ Verarbeitung
 ▼
CPU
1.8

Warum braucht man RAM?

Als vereinfachtes Bild kann man die SSD mit einem Aktenschrank, den RAM mit einem Schreibtisch und die CPU mit der arbeitenden Person vergleichen.

SSDAktenschrank
RAMSchreibtisch
CPUarbeitende Person
1.9

RAM ist flüchtig

RAM ist grundsätzlich flüchtiger Speicher. Wird der Computer ausgeschaltet, gehen die darin gehaltenen Arbeitsdaten normalerweise verloren.

RAM = temporärSSD = dauerhaft
1.10

Persistenter Speicher

Für dauerhafte Speicherung werden beispielsweise SSDs verwendet. Dort können Betriebssystem, Programme, Dokumente, Bilder, Videos, Logs, Konfigurationsdateien und Datenbanken gespeichert werden. Die Daten bleiben grundsätzlich auch nach dem Ausschalten erhalten.

1.11

RAM und SSD vergleichen

RAM
  • Arbeitsbereich
  • sehr schnell
  • flüchtig
SSD
  • dauerhafte Speicherung
  • persistent
  • enthält z. B. Dateien, Programme und Betriebssystem

Ein Programm kann dauerhaft auf einer SSD gespeichert sein und während seiner Ausführung gleichzeitig Daten im RAM verwenden.

1.12

Was passiert beim Start eines Programms?

Ein Programm liegt zunächst dauerhaft auf dem Speicher. Beim Start werden benötigte Programmbestandteile und Daten in den Arbeitsspeicher geladen und von der CPU verarbeitet. Das Betriebssystem koordiniert diesen Vorgang.

1
SSDDas Programm ist dauerhaft gespeichert.
2
RAMBenötigte Programmbestandteile und Daten werden geladen.
3
CPUInstruktionen werden ausgeführt und Daten verarbeitet.
4
BetriebssystemEs koordiniert den gesamten Vorgang und die beteiligten Ressourcen.
03 · Hardware & Netzwerkzugang

Wie physische Komponenten zusammenarbeiten

1.13

Hardware und Software

Hardware bezeichnet physische Komponenten wie CPU, RAM, SSD, Netzwerkkarte, Mainboard, Monitor und Tastatur. Software umfasst beispielsweise Windows, Linux, Browser, Word, SSH-Clients oder Webserver.

SOFTWARE
   ↓
 nutzt
   ↓
HARDWARE
1.14

Das Mainboard

Das Mainboard beziehungsweise Motherboard verbindet zentrale Hardwarekomponenten miteinander. Detaillierte Bus-Systeme oder Chipsatzarchitekturen sind für diesen Grundlagenkurs nicht erforderlich.

          CPU
           │
           ▼
RAM ─── MAINBOARD ─── SSD
           │
           ▼
    Netzwerkadapter
1.15

Netzwerkadapter

Der Netzwerkadapter ermöglicht dem Computer die Kommunikation mit Netzwerken, beispielsweise über Ethernet oder WLAN. Später werden wir für Netzwerkadapter unter anderem MAC-Adresse, IP-Adresse und Netzwerkinterface kennenlernen.

Computer
   ↓
Netzwerkadapter
   ↓
Netzwerk
1.16

Mehrere Netzwerkadapter

Ein System kann gleichzeitig mehrere Netzwerkinterfaces besitzen, beispielsweise WLAN, Ethernet und ein virtuelles VPN-Interface.

Wichtig: Ein Computer ist nicht automatisch mit genau einer Netzwerkadresse gleichzusetzen.
04 · Daten, Bit & Byte

Wie digitale Information greifbar wird

1.17

Was sind Daten?

Für Menschen können Daten Text, Bilder, Audio, Video, Zahlen oder Datumswerte sein. Für den Computer werden diese Informationen letztlich digital repräsentiert.

1.18

Das Bit

Ein Bit kann zwei Zustände darstellen, typischerweise 0 oder 1. Daher spricht man häufig vom Binärsystem. Für diesen Kurs ist keine binäre Mathematik erforderlich.

Merksatz: Digitale Informationen werden auf sehr grundlegender Ebene durch Bits dargestellt.
1.19

Das Byte

1 Byte = 8 Bit

Eine Folge von acht Bits kann abhängig von der Interpretation beispielsweise ein Zeichen repräsentieren.

1.20

Byte als Maßeinheit

KBMBGBTB

Diese Einheiten beschreiben Größenordnungen von Datenmengen.

1.21

Größenordnungen greifbar machen

Eine kleine Textdatei liegt häufig im KB-Bereich, ein Foto oft im MB-Bereich und Videos können viele MB oder GB groß sein. Große Datensammlungen erreichen GB oder TB. Die tatsächliche Größe hängt immer von Inhalt, Format und Kompression ab.

1.22

Bit und Byte nicht verwechseln

Speichergrößen werden häufig in Byte angegeben, Netzwerkgeschwindigkeiten dagegen häufig in Bit pro Sekunde.

8 Bit = 1 Byte100 Mbit/s ≠ 100 MB/s
1.23

Datenmenge versus Datenrate

Datenmenge

Wie viel? Beispiel: Datei mit 500 MB.

Datenrate

Wie viel pro Zeit? Beispiel: Verbindung mit 100 Mbit/s.

05 · Dateien & Formate

Gespeicherte Daten brauchen Struktur und Interpretation

1.24

Was ist eine Datei?

Eine Datei ist eine logisch zusammengehörige Menge gespeicherter Daten. Beispiele sind bericht.docx, bild.jpg, video.mp4, config.json oder server.log. Eine Datei besitzt typischerweise unter anderem Name, Pfad, Größe, Inhalt und Zeitinformationen.

1.25

Der Dateiname

Bei bericht.pdf ist „bericht“ der Name und „.pdf“ die Dateiendung. Die Endung gibt häufig einen Hinweis auf das Format, ist aber kein sicherer Beweis für den tatsächlichen Dateiinhalt.

Wichtig: Name und tatsächlicher Inhalt eines Objekts müssen nicht zwangsläufig übereinstimmen.
1.26

Was ist ein Dateiformat?

Ein Dateiformat legt fest, wie Daten innerhalb einer Datei strukturiert beziehungsweise interpretiert werden. Beispiele sind TXT, CSV, JSON, XML, JPEG, PNG, PDF und ZIP.

1.27

TXT

Eine Textdatei enthält grundsätzlich Textinformationen und besitzt meist wenig zusätzliche Struktur.

1.28

CSV

CSV steht für Comma-Separated Values und wird häufig für tabellenartige Daten verwendet.

timestamp,source_ip,destination_ip
12:00:01,192.0.2.25,198.51.100.20
12:00:04,192.0.2.26,198.51.100.21
1.29

JSON

JSON steht für JavaScript Object Notation. Für uns ist vor allem die strukturierte Darstellung von Feldern und Werten wichtig. JSON begegnet uns später unter anderem bei APIs, Logs, OpenSearch und Konfigurationen.

{
  "source_ip": "192.0.2.25",
  "destination_ip": "198.51.100.20",
  "destination_port": 443
}
1.30

XML

XML ist ebenfalls ein Format zur strukturierten Darstellung von Daten. Spitze Klammern bedeuten nicht automatisch, dass etwas Programmcode ist.

<connection>
  <source>192.0.2.25</source>
  <destination>198.51.100.20</destination>
</connection>
1.31

LOG-Dateien

Eine .log-Datei enthält typischerweise protokollierte technische Informationen. Logs können Ereignisse, Fehler, Anmeldungen, Verbindungen, Prozesse oder Anwendungsaktivitäten dokumentieren.

2026-09-01T14:03:21Z login success user=alice
1.32

ZIP und Archive

ZIP ist ein Beispiel für ein Archivformat. Mehrere Dateien können darin zusammengefasst und häufig gleichzeitig komprimiert werden.

Wichtig: Archivierung, Kompression und Verschlüsselung sind unterschiedliche Dinge.
1.33

Was ist Encoding?

Computer benötigen Regeln, wie Zeichen durch Zahlen beziehungsweise Bytes repräsentiert werden. Eine solche Zuordnung nennt man Zeichenkodierung oder Character Encoding. Ein heute sehr verbreitetes Encoding ist UTF-8.

1.34

Warum Encoding wichtig ist

Wenn zwei Systeme dieselben Bytes unterschiedlich interpretieren, können Zeichen falsch dargestellt werden.

Merksatz: Daten benötigen häufig eine Regel, die beschreibt, wie sie interpretiert werden sollen.
1.35

Daten und ihre Interpretation

Eine Folge von Bytes besitzt nicht automatisch für jeden Beobachter dieselbe Bedeutung. Software benötigt Kontext. Bytes können beispielsweise als Text, Bild, Audio, Programmcode, Netzwerkprotokoll, komprimierte oder verschlüsselte Daten interpretiert werden.

Merksatz: Technische Daten erhalten Bedeutung durch Format, Kontext und Interpretation.
06 · Pfade, Programme & Prozesse

Wo Daten liegen – und wann Software wirklich läuft

1.36

Was ist ein Verzeichnis?

Verzeichnisse dienen dazu, Dateien und weitere Verzeichnisse zu organisieren. Alltagssprachlich spricht man häufig von Ordnern.

Dokumente
├── Bericht.pdf
├── Notizen.txt
└── Projekt
    └── Daten.csv
1.37

Datei und Verzeichnis sind nicht dasselbe

Ein Verzeichnis kann Dateien und Unterverzeichnisse enthalten. Diese Unterscheidung wird insbesondere bei der Arbeit mit Betriebssystemen wichtig.

1.38

Was ist ein Pfad?

Ein Pfad beschreibt, wo sich eine Datei oder ein Verzeichnis innerhalb einer Verzeichnisstruktur befindet.

Windows:
C:\Users\Alice\Documents\bericht.txt

Linux:
/home/alice/documents/bericht.txt
Merksatz: Der Dateiname sagt, wie die Datei heißt. Der Pfad beschreibt, wo sie liegt.
1.39

Was ist ein Programm?

Ein Programm besteht aus Anweisungen beziehungsweise Code und weiteren benötigten Daten, die dauerhaft gespeichert sein können. Beispiele sind Browser, Texteditor oder SSH-Client.

PROGRAMM = gespeicherte Software
1.40

Was ist ein Prozess?

Wird ein Programm ausgeführt, entsteht ein laufender Prozess.

Programm
   │ starten
   ▼
Prozess

Ein gespeichertes Programm und seine laufende Ausführung sind nicht dasselbe.

1.41

Programm und Prozess unterscheiden

Ein Programm kann mehrfach gestartet werden. Dadurch können mehrere Prozesse entstehen. Moderne Anwendungen können auch bewusst mehrere Prozesse verwenden.

Programm Browser
   ├── Prozess 1
   ├── Prozess 2
   └── Prozess 3
1.42

Warum Prozesse später wichtig werden

Netzwerkkommunikation entsteht nicht einfach „durch den Computer“. Am Ende kommuniziert laufende Software.

PROGRAMM
   ↓
PROZESS
   ↓
SOCKET
   ↓
TCP / UDP
   ↓
IP
   ↓
NETZWERK
07 · Konkrete Abläufe

Browser, Datei, SSH und RDP im selben Grundmodell

1.43

Beispiel: Browser starten

Der Browser ist auf der SSD gespeichert. Beim Start lädt das Betriebssystem benötigte Bestandteile und Daten in den RAM. Ein oder mehrere Prozesse entstehen, die CPU führt Instruktionen aus. Für Netzwerkzugriffe nutzt der Browser Funktionen des Betriebssystems.

Browserprozess
      ↓
Betriebssystem
      ↓
Netzwerkadapter
      ↓
Netzwerk
1.44

Beispiel: Eine Datei öffnen

SSD
 │ Datei lesen
 ▼
RAM
 │ Anwendung verarbeitet Inhalt
 ▼
CPU
 │
 ▼
Darstellung auf Bildschirm

Das Betriebssystem koordiniert dabei unter anderem den Zugriff auf Datei und Hardware.

1.45

Beispiel: Eine Datei speichern

Während der Bearbeitung befinden sich relevante Daten im Arbeitsspeicher. Beim Speichern werden sie dauerhaft auf einen persistenten Speicher geschrieben.

RAM
 │ Speichern
 ▼
SSD
1.46

Beispiel: Webanwendung

Ein Browser liegt zunächst als Programm vor. Nach dem Start laufen Browserprozesse. Diese benötigen CPU, RAM, Betriebssystem und gegebenenfalls Netzwerkfunktionen.

Merksatz: Netzwerkkommunikation beginnt bei laufender Software auf einem System.
1.47

Beispiel: SSH

SSH-Programm
     ↓
SSH-Prozess
     ↓
Betriebssystem
     ↓
Netzwerk

Später verbinden wir dies mit TCP, Port 22, SSH-Server, Authentifizierung und Verschlüsselung.

1.48

Beispiel: RDP

RDP Client
    ↓
laufender Prozess
    ↓
Betriebssystem
    ↓
Netzwerk
    ↓
entferntes System

Webbrowser, SSH und RDP sehen für den Benutzer unterschiedlich aus, sind aber auf fundamentaler Ebene Software, die als Prozesse auf Betriebssystemen ausgeführt wird und Netzwerkfunktionen verwenden kann.

1.49

Ein Computer besteht nicht aus einer einzigen Ebene

BENUTZER
   ↓
ANWENDUNG
   ↓
PROZESS
   ↓
BETRIEBSSYSTEM
   ↓
CPU / RAM / SPEICHER
   ↓
NETZWERKINTERFACE
   ↓
NETZWERK
1.50

Physisch und logisch unterscheiden

Physisch sind beispielsweise CPU, RAM-Modul, SSD und Netzwerkkarte. Logische Konstrukte sind beispielsweise Datei, Prozess, Benutzerkonto, IP-Adresse und Verbindung.

Ausblick: Diese Unterscheidung wird später bei virtuellen Maschinen, Containern, Netzwerken und Cloud besonders wichtig.
08 · Systembegriffe & Gesamtszenario

Präzise sprechen, Zusammenhänge erkennen

1.51

Speicher ist nicht gleich Speicher

Die Aussage „Mein Computer hat 16 GB Speicher“ kann missverständlich sein. 16 GB RAM und 1 TB SSD beschreiben unterschiedliche Speicherarten mit unterschiedlichen Aufgaben. Technische Aussagen sollten möglichst präzise sein.

1.52

Datei ist nicht gleich Inhalt

Eine Dateiendung sagt nicht zwingend zuverlässig, was tatsächlich in einer Datei enthalten ist. Das Umbenennen von daten.txt in daten.jpg verwandelt den Inhalt nicht automatisch in ein Bild.

Wichtig: Bezeichnung, Format und tatsächlicher Inhalt sollten technisch getrennt betrachtet werden.
1.53

Was bedeutet „lokal“?

Wenn Daten oder Programme auf demselben System verarbeitet werden, sprechen wir häufig von lokal. Ein Beispiel ist eine lokale Textdatei, die mit einem lokalen Texteditor geöffnet wird.

1.54

Was bedeutet „remote“?

Remote bedeutet hier, dass ein entferntes System beteiligt ist. Beispiele sind Webseiten, SSH, RDP oder Cloud-Dienste.

Client
   │ Netzwerk
   ▼
Remote Server
1.55

Was passiert bei einem Neustart?

Beim Neustart wird das laufende System beendet und erneut gestartet. Flüchtige Zustände im RAM verschwinden grundsätzlich, persistente Daten auf der SSD bleiben hingegen erhalten.

RAM → Arbeitszustand grundsätzlich wegSSD → persistente Dateien bleiben
1.56

Was bedeutet Booten?

Booten bezeichnet den Startvorgang eines Computersystems. Details von BIOS, UEFI oder Bootloadern sind für diesen Basiskurs nicht erforderlich.

Computer einschalten
       ↓
Firmware
       ↓
Betriebssystem laden
       ↓
Betriebssystem starten
       ↓
Dienste starten
       ↓
Benutzer kann arbeiten
1.57

Warum Programme nicht direkt „die Hardware machen“

Ein Anwendungsprogramm kommuniziert normalerweise nicht für jede Aufgabe direkt mit jeder Hardwarekomponente. Dazwischen liegt das Betriebssystem.

ANWENDUNG
    ↓
BETRIEBSSYSTEM
    ↓
HARDWARE

Das führt direkt zu Modul 2.

1.58

Ein erstes Gesamtszenario

Ein Benutzer startet seinen Browser und öffnet eine Webseite. Nach Modul 1 können wir bereits erklären: Der Browser liegt als Software auf persistentem Speicher, wird gestartet, ein oder mehrere Prozesse entstehen, benötigte Daten werden in den RAM geladen, die CPU führt Instruktionen aus und für Netzwerkkommunikation werden Funktionen des Betriebssystems und ein Netzwerkinterface genutzt.

1.59

Unsere drei Szenarien nach Modul 1

WEB
Browserprogramm → Browserprozess → Betriebssystem → Netzwerkinterface → ??? → Webserver

SSH
SSH Client → Prozess → Betriebssystem → Netzwerkinterface → ??? → SSH Server

RDP
RDP Client → Prozess → Betriebssystem → Netzwerkinterface → ??? → Windows-System

Das Fragezeichen ist bewusst gesetzt. Diesen Bereich füllen wir in den späteren Netzwerkmodulen.

09 · Die wichtigsten Merksätze

Das muss nach Modul 1 hängen bleiben

1.60
1CPU verarbeitet – RAM hält Arbeitsdaten – persistenter Speicher bewahrt Daten dauerhaft.
2Ein Programm ist gespeicherte Software; ein Prozess ist eine laufende Ausführung beziehungsweise Instanz.
3Eine Datei ist eine gespeicherte Datenstruktur, deren Bedeutung vom Format und Kontext abhängt.
48 Bit ergeben 1 Byte.
5Datenmenge und Datenrate sind unterschiedliche Dinge.
6Ein Netzwerkadapter verbindet das System technisch mit einem Netzwerk.
7Anwendungen nutzen normalerweise Funktionen des Betriebssystems, um auf Hardware und Netzwerkressourcen zuzugreifen.
10 · Praxisübungen

Ordne die Begriffe selbst zu

Die Übungen übertragen die Grundbegriffe auf konkrete Aussagen. Wähle jeweils die passende Zuordnung aus.

Praxisübung 1 – Komponenten zuordnen

Datei dauerhaft gespeichert
Anwendung arbeitet mit Daten
Instruktionen werden ausgeführt
Verbindung zu einem Server

Praxisübung 2 – Was bleibt nach dem Ausschalten?

Geöffnete, aber nicht gespeicherte Änderung
Bereits gespeicherte PDF-Datei
Laufender Browserprozess
Installierter Browser

Praxisübung 3 – Programm oder Prozess?

„Chrome ist auf der SSD installiert.“
„Chrome läuft gerade.“
„Das Programm wurde mehrfach gestartet.“

Praxisübung 4 – Welche Art von Daten?

Öffne alle Karten und ordne die Dateiendungen gedanklich einem Format zu.

0 von 5 erkundet
11 · Wissenscheck

Wissenscheck – Modul 1

Beantworte alle zwölf Fragen. Du kannst deine Auswahl nach der Auswertung direkt korrigieren und erneut prüfen.

1. Welche Komponente führt hauptsächlich Instruktionen aus?
2. Welche Aussage zu RAM ist korrekt?
3. Welche Komponente eignet sich grundsätzlich für persistente Speicherung?
4. Wie viele Bits ergeben ein Byte?
5. Welche Aussage ist richtig?
6. Was beschreibt eine Datei am besten?
7. Welche Aussage über Dateiendungen ist korrekt?
8. Was ist JSON?
9. Was beschreibt Encoding?
10. Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Programm und Prozess?
11. Welche Komponente ermöglicht einem Computer grundsätzlich die Netzwerkkommunikation?
12. Ein Browser ruft eine Webseite auf. Welche Aussage ist am saubersten?
12 · Transferaufgabe

Was passiert beim Öffnen des Browsers?

Bringe SSD, Programm, Prozess, RAM, CPU, Betriebssystem, Netzwerkadapter und Netzwerk in einen sinnvollen Zusammenhang.

SSD enthält das Browserprogramm
↓ wird gestartet
Browserprogramm → Browserprozess
Prozess nutzt RAM · wird durch CPU ausgeführt · nutzt Funktionen des Betriebssystems
Betriebssystem → Netzwerkadapter
Netzwerk
Transfer: Damit entsteht erstmals eine vollständige Verbindung zwischen gespeicherter Software, laufender Software, Betriebssystem und Netzwerk.
13 · Abschluss

Der Computer ist keine Blackbox mehr.

Nach diesem Modul solltest du einen Computer nicht mehr lediglich als Gerät mit Bildschirm betrachten, sondern als Zusammenspiel von Verarbeitung, Arbeits- und Dauerspeicher, Betriebssystem, Programmen, Prozessen und Netzwerkfunktionen.

                 COMPUTER
      ┌─────────────────────────────┐
      │ CPU   → Verarbeitung        │
      │ RAM   → Arbeitsdaten        │
      │ SSD   → persistente Daten   │
      │ NIC   → Netzwerkzugang      │
      │                             │
      │ Betriebssystem              │
      │       ↓                     │
      │ Programme                   │
      │       ↓                     │
      │ Prozesse                    │
      └──────────────┬──────────────┘
                     │
                     ▼
                  NETZWERK
Ausblick auf Modul 2: Dort beantworten wir die Frage, wer Prozesse, Dateien, Benutzer, Berechtigungen, Hardware und Netzwerkfunktionen eines Computers organisiert.
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